4. Oktober 2026 - KI

OpenAI Dots: KI-Agenten, die in ChatGPT dauerhaft für dich arbeiten

Was die neuen Dots von OpenAI können, wo sie an Grenzen stoßen und was du heute schon vorbereiten kannst.

Du kommst am Montagmorgen ins Büro und öffnest ChatGPT. Der Chat ist leer, so wie immer. Was du letzte Woche angefangen hast, musst du neu erklären. ChatGPT arbeitet nur, solange du davor sitzt und tippst. Genau an dieser Stelle setzt OpenAI mit seiner neuesten Ankündigung an.

Was Dots eigentlich sind

Am 29. September hat OpenAI auf seiner Entwicklerkonferenz DevDay in San Francisco die sogenannten Dots vorgestellt. Ein Dot ist ein KI-Agent, der dauerhaft für dich arbeitet. Agent heißt hier, dass die KI eine Aufgabe selbst in mehreren Schritten erledigt, statt nur auf eine Frage zu antworten. Du richtest ihn einmal ein und gibst ihm ein Ziel. Danach arbeitet er weiter, auch wenn du längst im Feierabend bist.

Ein Vergleich hilft. Der klassische Chat ist wie ein Anruf bei der Auskunft. Du fragst, bekommst eine Antwort und legst auf. Ein Dot ähnelt eher einem Dauerauftrag bei der Bank. Du legst einmal fest, was passieren soll, und dann läuft es.

Was sind ChatGPT Dots

Wie ein Dot im Kern funktioniert

Jeder Dot bekommt einen eigenen Computer in der Cloud, also einen Rechner in einem Rechenzentrum von OpenAI. Dort hat er einen Browser, kann Webseiten öffnen und Dateien bearbeiten. Du kannst diesen Rechner einsehen und nachvollziehen, welche Schritte der Dot gemacht hat. Angetrieben wird er von GPT-6 Astra, dem Sprachmodell, das OpenAI Anfang September vorgestellt hat.

Dazu kommen Verbindungen zu anderen Programmen. OpenAI spricht von mehr als 4.000 Apps, die sich über sogenannte Plugins anbinden lassen. Ein Plugin ist ein Stecker zwischen ChatGPT und einer anderen Software. Erreichbar ist der Dot in ChatGPT selbst oder über Slack und Teams. Er meldet Zwischenstände, stellt Rückfragen und soll aus deinem Feedback lernen.

Was OpenAI damit verspricht

OpenAI formuliert groß. Dots sollen rund um die Uhr an deinen Zielen arbeiten und dir wichtige Arbeit abnehmen. Die Beispiele aus der Ankündigung stammen vor allem aus der Softwareentwicklung. Übertragen auf den Büroalltag könnte es so aussehen. In der Buchhaltung prüft ein Dot jeden Morgen das Rechnungspostfach und legt dir eine Übersicht der offenen Posten bereit. Im Vertrieb beobachtet er eingehende Anfragen und bereitet Antwortentwürfe vor, die du nur noch freigibst.

Das klingt nach dem, was viele sich von KI seit Jahren wünschen. Weniger tippen, mehr erledigt bekommen.

Warum heute noch keine Dots

Warum du davon heute noch wenig merkst

Der erste Dämpfer ist die Verfügbarkeit. In Deutschland gibt es Dots zum Start nur im Firmentarif ChatGPT Business Premium und als Testversion in Enterprise. Im Tarif Pro für Einzelnutzer sind sie zwar enthalten, aber nicht im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und in Großbritannien. Die günstigeren Tarife bis einschließlich Plus gehen ganz leer aus. Für die meisten Büros heißt das erst einmal abwarten.

Der zweite Punkt wiegt schwerer. Ein Dot, der selbstständig handelt, braucht Zugriff auf dein Postfach, deine Ablage und vielleicht euer CRM. Vor heiklen Aktionen fragt er nach deiner Erlaubnis. Fehler können trotzdem passieren. Ein Chat, der Unsinn schreibt, ist ärgerlich. Ein Agent, der Unsinn verschickt, ist ein Problem. Welche Daten ein solcher Agent sehen darf, entscheidest in einem Unternehmen ohnehin nicht du allein. Da reden IT und Datenschutz mit.

Offen ist auch die Kostenfrage. Der erste Dot ist im Tarif enthalten, und im ersten Monat gelten großzügigere Nutzungsgrenzen. Was intensive Dauerarbeit danach kostet, lässt sich heute nicht seriös sagen.

Was du heute daraus mitnehmen kannst

Du musst jetzt nichts kaufen und nichts umstellen. Eine Vorarbeit lohnt sich trotzdem. Notiere dir eine Woche lang alle Aufgaben, die regelmäßig wiederkehren und immer nach dem gleichen Muster ablaufen. Schreib daneben, welche Programme dafür nötig sind und ob du einem Agenten diesen Zugriff geben würdest.

Diese Liste ist auch ohne Dots nützlich. Manches davon lässt sich heute schon mit Power Automate oder Copilot lösen. Wer seine wiederkehrenden Vorgänge kennt, kann jedes neue Werkzeug schneller einschätzen.

04.10.2026, Matteo Grappasonno

KI-bearbeitet